Tutorial

Wie bemalt man den Dunkelelfen Reiter von Freebooter Miniatures
von Holger Schmidt

Schritt 2

Die Bemalung der Reitfigur

Ich begann mit er Bemalung des Reiters. Wie immer ging ich von innen nach außen vor, d.h. ich bemale zunächst die Teile der Miniatur, die in ihrem "Inneren" liegen. Normalerweise also die Haut, dann die innere Kleidung (z.B. Hemd, Hose etc.), als nächstes die äußere Kleidung (Mantel, Jacke, Stiefel), zum Schluss die Haare sowie alle anderen Details, die im Prinzip auf den Flächen liegen, sowie die Gegenstände, die die Figuren in den Händen halten. In keinem Fall ist diese Vorgehensweise zu statisch zu sehen. Bevor ich mit der eigentlichen Bemalung begann schwärzte ich jedoch einfach all die Stellen der Figur, die tief im verborgenen liegen und an die man nur sehr schwer mit dem Pinsel heran kam. Viele Figurenmaler halten diese Vorgehensweise nahezu für ein Sakrileg, ich halte sie jedoch für äußerst Vorteilhaft. Die Stellen, die ich schwärze, sind beim Betrachten der Figur grundsätzlich nicht oder nur schwer zu sehen, treten also sehr in den Hintergrund. Daher halte ich es für müßig, diese Partien überhaupt zu bemalen und konzentriere meine Zeit lieber auf sichtbare Elemente der Miniatur. Des weiteren bietet dieses Schwärzen den Vorteil, dass die Miniatur viel mehr Tiefe und Dynamik dadurch bekommt.


Der Dunkelelfe mit den geschwärzten Vertiefungen:

Bis auf wenige Ausnahmen ging ich beim Bemalen des Elfen auf folgende Weise vor: die einzelnen Flächen werden mit einer sehr dunklen Version der ausgewählten Farbe grundiert, anschließend verwendete ich immer heller werdende Farbtöne und arbeitete so die Lichter und Schatten der Figur heraus. Dabei verwende ich stark verdünnte Acryl-Farbe der Marken Daler-Rowney und Rembrandt. Durch die starke Verdünnung sind die Farben nicht gleich deckend, dadurch können sehr schöne Übergänge zwischen den einzelnen Farbnuancen erreicht werden. Die Farbe wird einmal aufgetragen und nach dem Trocknen kann ein zweites oder auch drittes mal über die Fläche gegangen werden, um an den gewünschten Stellen eine Deckung zu erzielen. Dabei streiche ich die Farbe jedes mal mit dem Pinsel von der dunklen Stelle zur hellen, um eine entsprechende Verteilung zu erzielen.
Als erstes war dann also die Haut des Dunkelelfen an der Reihe, in diesem Fall also lediglich das Gesicht, da alle anderen Körperpartien von Kleidung bedeckt sind. Ich entschied mich dazu, die Haut zunächst in Grau (einfach aus Schwarz und Weiß) zu bemalen, anschließend sollte sie durch eine Lasur noch einen violetten Schimmer erhalten. Dafür verwendete ich ein stark mit Wasser verdünntes Blauviolett.

Die Bemalung der Haut angefangen mit der dunkelsten Hautfarbe bis zu den hellsten Highlights in sechs Stufen:

Die Augäpfel werden nach dem vollenden der Haut mit Weiß bemalt, zu dem ich immer einen Hauch Gelb mische. Dann male ich die Pupillen sowie die Wimpern auf. Letztere dienen auch zur Abgrenzung und Hervorhebung der Augen vom Rest des Gesichtes. Dafür verwendete ich in diesem Fall Schwarz. Wichtig ist schließlich noch zum Abschluss ein kleiner weißer Punkt als Reflektion in den Pupillen, die den Augen erst ein richtiges Leben einhauchen.

Die Augen werden bemalt, das zweite Bild zeigt die hinzugefügte Lichtreflektion:

Für die Haare benutzte ich als Grundierung Schwarz, zum aufhellen der einzelnen Strähnen ein dunkles Grau. Dann sehr helles Grau um starke Lichtreflektionen darzustellen:

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